Die G-Fleet

Amelie:

Schön das Du da bist Tairon! Es freut mich wirklich sehr, dass Du Dir die Zeit genommen hast um mich im heutigen Interview über die sogenannte G-Fleet aufzuklären. Diesbezüglich würde ich zunächst einmal gerne wissen seit wann es euer Spielertreffen bereits gibt und warum ihr euch damals überhaupt dazu entschieden habt so ein Event auf die Beine zu stellen?

Tairon Usaro:

Die erste G-Fleet fand im Jahr 2015 statt – das Interesse an der EVE Online Community bestand jedoch von Anfang an. Grundsätzlich hegte ich nämlich seit Beginn meines Kapselpiloten Daseins den Wunsch jene Leute, mit denen ich das Spiel tagtäglich spielte, im echten Leben kennenzulernen. Daher nahm ich irgendwann an meinen ersten Corporations-, Allianz– und letzten Endes sogar Coalitiontreffen teil und stellte im Anschluss an jede dieser Veranstaltungen fest, dass sich meine Beziehungen zu den dort anwesenden Piloten gefestigt hatten und sich im Laufe der Zeit durchaus positiv entwickelten. Man hatte also zu den Leuten, welchen man schon mal begegnet ist, einen wesentlich stärkeren Bezug als zu jenen, denen man noch nie in die Augen gesehen hat. Dementsprechend war es stets mein Ziel so viele Spieler wie möglich kennenzulernen.

Allerdings verliefen sich die Treffen eines Tages im Sand, woraufhin ich zum ersten Mal die Organisation unseres Corp.-Treffens unter meine Fittiche nahm. Nachdem dort fünf bis zehn Leute teilgenommen hatten dachte ich mir, dass ruhig ein paar mehr kommen könnten und lud beim nächsten mal die gesamte Allianz ein, bevor ich mich schließlich dazu entschloss die Veranstaltung für jeglich interessierte Piloten frei zugänglich zu machen.

Amelie:

Somit hast Du Dich bereits vor der ersten G-Fleet um solche Treffen gekümmert?

Tairon Usaro:

Richtig, jedoch habe nicht nur ich Gefallen an solchen Veranstaltungen gefunden. Meine zukünftige Frau, welche ich im Jahr 2013 kennenlernte, darf sich ebenfalls dazu zählen. Denn als wir uns kurz vor dem Fanfest begegneten, bemerkte sie recht schnell, dass hinter dem Spiel eine richtig coole und aktive Community steckt. Daraufhin ist sie ein Jahr später mit mir zu diesen Events gefahren und hatte dort, ebenso wie ich, eine ausgesprochen schöne Zeit, weil die Leute dort wirklich nett waren.

Amelie:

Sie teilt also deine Vorlieben und unterstützt Dich bei deinen Vorhaben? Das hört sich so an, als würdet ihr perfekt zueinander passen!

Tairon Usaro (lacht):

Ja, dass kann man so sagen. Alsbald die nächsten größeren Events bekannt gegeben wurden, begann sie sogar direkt mit der Reiseplanung, da sie unheimlich gerne unterwegs ist. Demnach lassen sich unsere Interessen gut miteinander vereinen.

Amelie:

Warum habt ihr euch trotzdem dazu entschieden ein eigenes Spielertreffen zu veranstalten?

Tairon Usaro:

Wir haben im Jahr 2015 am Ontable Community Treffen teilgenommen und dachten, dass wir nun selbst an der Reihe wären so etwas zu organisieren.

Amelie:

Wie sah die erste G-Fleet am Ende aus?

Tairon Usaro:

Wir hatten ein Event für ungefähr einhundert Personen in der Bar95 in Düsseldorf geplant. Und obgleich wir zu dem damaligen Zeitpunkt noch absolute no-names gewesen sind, verkauften wir dank unserer Werbeaktionen dennoch neunzig Tickets. Das Treffen wurde von der Community also unheimlich gut angenommen und die Leute konnten sich während der Veranstaltung mit dem Thema Dust514 auseinandersetzen und sich mit Hilfe von ein paar ausgeliehenen PS3s mit dem Spiel vertraut machen.

Amelie:

Wolltet ihr die Menge der Teilnehmer beim nächsten Mal toppen?

Tairon Usaro:

Auf jeden Fall. Aufgrund dessen hatten wir uns im darauf folgenden Jahr eine größere Location gesucht, da wir mit einhundertvierzig bis zweihundert Piloten rechneten und die Bar95 nur für ungefähr einhundertzwanzig Personen ausgelegt ist.

Amelie:

Und was für ein Thema hattet ihr euch für diese G-Fleet ausgesucht?

Tairon Usaro:

Bei dem Treffen standen EVE Valkyrie und die Virtual Reality im Vordergrund. Damit wollten wir den Teilnehmern die Gelegenheit einräumen, sich das Game einmal in Ruhe anzusehen, anstatt ganze zwanzig Minuten in einer Schlange anzustehen um dann lediglich fünf Minuten spielen zu können.

Amelie:

Wenn ich das jetzt richtig aus deinen Antworten herausgehört habe findet eure Veranstaltung also jährlich statt?

Tairon Usaro:

Genau. Wobei wir uns im Vorfeld bereits dazu entschlossen hatten, die diesjährige G-Fleet wieder in einem kleineren Rahmen abzuhalten, als es im Vorjahr der Fall gewesen ist – immerhin möchten wir uns nicht allzu sehr von den Sponsoren abhängig machen. Das führte dazu, dass wir uns wieder in der Bar95 eingenistet haben.

Amelie:

War die Nachfrage aufgrund der etwas begrenzteren Platzzahl nicht besonders hoch?

Tairon Usaro:

Ja, den Leuten hatte das Event im Jahr 2016 anscheinend so sehr gefallen, dass die Tickets, welche wir zum Fanfest online gestellt hatten, bereits nach einer Woche ausverkauft waren. Und als meine zukünftige Frau und ich nach dem Fanfest wieder zu Hause angekommen sind, hatten wir von den geplanten neunzig Anmeldungen plötzlich stolze einhundertzehn im Kasten liegen.

Amelie (lacht):

Das ist ja schon eine beachtliche Summe. Es waren also weit mehr Teilnehmer als ihr ursprünglich eingeplant hattet?

Tairon Usaro:

Definitiv und man darf dabei nicht außer Acht lassen, dass ich noch ein paar Gäste auf der Family&Friends Liste stehen hatte, wodurch wir am Ende auf satte einhundertfünfunddreißig Personen gekommen sind.

Amelie:

Aber hattest Du nicht erwähnt, dass die Bar95 lediglich für einhundertzwanzig Leute ausgelegt ist?

Tairon Usaro (lacht):

Ja, mir war durchaus bewusst, dass nicht alle Piloten in die Location passen würden. Jedoch haben das Team von der G-Fleet und ich ein wenig gezaubert und ein zusätzliches Zelt auf der Terrasse aufgebaut, in dem man mittels eines Streams die Geschehnisse aus dem PVP und Vortragsraum miterleben konnte.

Amelie (lacht):

Und waren die Leute von euren Zaubertricks beeindruckt?

Tairon Usaro:

Wir haben zumindest dasselbe positive Feedback wie im Jahr zuvor erhalten. Von daher nehme ich einfach mal an, dass die Teilnehmer damit zufrieden waren. Obwohl ich als Veranstalter natürlich gesehen habe, dass die Location an ihre Grenzen gestoßen ist – insbesondere wenn es um die Verteilung des Essens und der Getränken ging. Nichtsdestotrotz war das Wochenende ein voller Erfolg.

Amelie:

Heißt das, dass die Planungen für die G-Fleet 2018 schon in vollem Gange sind?

Tairon Usaro:

Aber sicher doch! Obgleich wir uns dieses mal für einen anderen Veranstaltungsort entschieden haben und das Treffen nächstes Jahr in Berlin organisieren werden.

Amelie:

Wieso habt ihr euch für diesen Ortswechsel entschieden?

Tairon Usaro:

Nun ja die ersten Male haben wir das Event in Düsseldorf abgehalten – mit dem Hintergedanken, dass sich ein Ort im Gebiet mit der höchsten Bevölkerungsdichte gut als zentraler Treffpunkt eignen würde. Jedoch wollen wir die G-Fleet in Zukunft etwas internationaler gestalten, da wir mittlerweile sogar Teilnehmer aus den Niederlanden, England und Norwegen beheimaten. Dementsprechend möchten wir diesen Gästen eine Destination bieten, die ein wenig interessanter für sie ist.

Amelie:

Wie viele Leute können eigentlich im kommenden Jahr an dem Treffen teilnehmen?

Tairon Usaro:

Für die nächste G-Fleet haben wir circa dreihundert Leute ins Auge gefasst.

Amelie:

Und für all jene, die es nicht nach Berlin schaffen sollten, arrangiert ihr zusätzlich einen gemütlichen Stammtisch in der bisherigen Lokalität?

Tairon Usaro:

Richtig, wir probieren quasi ein neues Format aus. Denn eine G-Fleet mit über einhundert Teilnehmern bedeutet für unser Team bereits jede Menge Arbeit. Aufgrund dessen werden wir es definitiv nicht schaffen, diese zwei mal im Jahr zu veranstalten. Daher organisieren wir ein ein-abendliches Treffen, bei dem es ein warmes Abendessen und lauter nette Gesellschaft geben wird. Und damit wir das alles ordentlich planen können, kann man im Vorfeld für dieses Event ebenfalls ein Ticket erwerben.

Amelie (lacht):

Du meinst, damit nicht wieder zu viele Leute erscheinen?

Tairon Usaro (lacht):

Nein, dabei geht es uns vor allem darum, dass wir die Piloten mit einem gescheiten Namensschild ausstatten möchten. Ansonsten könnte es einem nämlich passieren, dass man jemand total nettes kennenlernt und am Ende den Namen desjenigen nicht mehr weiß.

Amelie:

Und wie kann mir euer Namensschild bei dieser Misere helfen?

Tairon Usaro:

Ganz einfach – Du kannst es auf den Veranstaltungsfotos wiederfinden und somit den Namen der Person auch im Nachhinein ausfindig machen.

Amelie:

Clever! Was kostet eigentlich eines eurer Tickets?

Tairon Usaro:

Das Ticket für den Stammtisch in Düsseldorf wird ungefähr 14€ kosten, während wir bei der G-Fleet 2018 einen Preis von unter 80€ anpeilen werden. Genaueres kann ich dir momentan leider noch nicht sagen, da für die Veranstaltung in Berlin bisweilen keine finale Budgetierung stattgefunden hat.

Amelie:

Und was wird einem für den Preis bei den jeweiligen Events geboten?

Tairon Usaro:

Beim Stammtisch handelt es sich wie bereits erwähnt um eine ein-abendliche Veranstaltung, bei der es ein warmes Abendessen und ein Namensschild geben wird. Die G-Fleet hingegen ist ein anderthalb-tägiges Treffen, bei dem im Ticketpreis folgende Leistungen enthalten sind: Eine warme Mahlzeit am Freitagabend, sowie Frühstück, Mittagessen und Abendessen am darauf folgenden Samstag. Außerdem erhält jeder Teilnehmer zusätzlich fünf Freigetränke.

Amelie:

Da sind die Preise aber wirklich mehr als fair angesetzt – Respekt!

Tairon Usaro:

Wir veranstalten diese Treffen ja auch nicht um uns zu bereichern. Nichtsdestotrotz gibt es Leute, die sich selbst über den Ticketpreis der ersten G-Fleet beschwert haben, als der Eintritt circa 45€ kostete.

Amelie:

Das verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Es gibt doch sogar Events, für welche man weitaus mehr Geld bezahlt und nicht so viele Leistungen erhält oder?

Tairon Usaro:

Solche Veranstaltungen gibt es durchaus. In Amsterdamm bekommt man für sein Geld beispielsweise lediglich das Ticket und ein T-Shirt. Wobei man da eben nicht außer Acht lassen darf, dass es bereits einen Haufen Geld kostet überhaupt so ein Theater zu mieten.

Amelie:

Ja, da gebe ich Dir vollkommen recht. Obwohl ich mich persönlich noch nie großartig über irgendwelche Ticketpreise aufgeregt habe – immerhin ist so eine Veranstaltung mit sehr viel Arbeit verbunden und die Organisatoren sollen ja nicht alleine auf den Kosten sitzen bleiben, wenn sie es mir schon ermöglichen an so etwas teilhaben zu dürfen.

Tairon Usaro:

Genau so sehe ich das auch. Natürlich versuche ich jedes Jahr gut Konditionen für unsere Community raus zu holen. Allerdings müssen die Leute, mit denen ich für die G-Fleet Verträge aushandle von ihren Einnahmen leben können und sollen dementsprechend eine faire Bezahlung für die Location und alles weitere erhalten.

Amelie:

Nun kann man auf eurer Webseite ja auch die Sponsoren der jeweiligen Treffen einsehen. Diesbezüglich würde mich interessieren, wie schwer es eigentlich ist die richtigen Sponsoren zu finden?

Tairon Usaro:

Generell haben wir ein sogenanntes Sponsor Proposal entwickelt, um beiden Parteien die Arbeit etwas zu erleichtern. Dabei kann der potentielle Sponsor dem Proposal relativ zügig entnehmen was EVE Online und die G-Fleet überhaupt sind, wie wir uns die Zusammenarbeit mit ihm vorstellen, was für den Sponsoren besonders interessant ist und wie wir die Umsetzung des ganzen geplant haben. Somit bleibt lediglich die Herausforderung offen den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Amelie (lacht):

Da stellt sich mir die Frage, ob Du auf der Suche nach solchen Sponsoren jedes mal von Tür zu Tür gehen und nachfragen musst oder ob sich gewisse Leute auch freiwillig bei Dir für ein Sponsorship melden?

Tairon Usaro:

Mir ist bisweilen schon beides passiert. Bei der letzten G-Fleet musste ich mich beispielsweise nicht um das Sponsoring kümmern, weil derjenige eigenständig auf dem Fanfest das Gespräch mit mir gesucht hat und meinte, dass wir unbedingt mal etwas zusammen machen müssten. Und wer wäre ich, dass ich so ein zuvorkommendes Angebot ablehnen würde!

Amelie:

Das hört sich ja traumhaft an – war es die Zusammenarbeit denn auch?

Tairon Usaro:

Definitiv. Die Arbeit mit dem Sponsor war wirklich tiptop und außerordentlich strukturiert. Aufgrund dessen blicke ich dem nächsten Event auch überaus positiv entgegen.

Amelie:

Bist Du eigentlich ebenfalls mit dem entgegengebrachten Interesse der Spieler an eurer Veranstaltung zufrieden? Selbst wenn man meinen müsste, dass die Anzahl der verkauften Tickets für sich spricht.

Tairon Usaro (lacht):

Die Verkaufszahlen der Karten sind ehrlich gesagt sehr schwer einzuschätzen, wenn man bedenkt, dass wir in den ersten beiden Jahren sehr viel Energie in die Werbung für das Event stecken mussten um unsere Tickets unter die Kapselpiloten zu bringen und im dritten Jahr total überrascht waren, dass bereits nach kurzer Zeit alle Karten vergriffen waren.

Amelie:

Hattest Du anfangs eigentlich Angst davor auf welche Leute Du dort wohl treffen wirst?

Tairon Usaro:

Dadurch, dass ich mich mit den Veranstaltungen der EVE Online Community relativ häufig auseinandergesetzt habe, wusste ich schon im Vorfeld wie sich die Leute auf solchen Spielertreffen verhalten. Um an dieser Stelle aber eine kleine Anekdote in den Raum zu werfen, wurde ich bei der Ankündigung einer unserer G-Fleets im EVEger Forum mal gefragt wer denn da so kommen würde.

Amelie (lacht):

Na derjenige der kommt, oder nicht?

Tairon Usaro (lacht):

Und genau das ist der brennende Punkt. Ich weiß im Vorfeld nämlich nicht wer sich für das Event überhaupt anmelden wird und darüber hinaus ist das doch auch völlig irrelevant, oder? Das Ziel der G-Fleet ist es immerhin zusammen eine schöne Zeit zu erleben – egal wo man ingametechnisch herkommt.

Amelie:

Dem kann ich nur zustimmen! Möchtest Du denn ebenfalls noch die Gelegenheit nutzen und unseren eifrigen Lesern etwas mit auf den Weg geben bevor wir das Interview gleich beenden werden?

Tairon Usaro:

Kommt zur G-Fleet 2018 – das wird die Beste.

Amelie (lacht):

Davon wollen sich bestimmt so einige Kapselpiloten überzeugen. Dann bedanke ich mich ganz herzlich bei Dir für deine Zeit und wünsche Dir und deinem Team viel Erfolg beim nächsten Event!

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