Was ist eigentlich..? | 004

No Point No Problem

[N0PR0]

 

Amelie:

Herzlich Willkommen auf unserem Blog Seldon! Es freut mich wirklich sehr, dass Ich Dir ein wenig deiner Zeit stehlen darf um etwas mehr über eure Corporation in Erfahrung bringen zu können. Diesbezüglich würde unsere Leser bestimmt zunächst erstmal interessieren, wer Du und deine Gruppe eigentlich in EVE seid?

Seldon Vestrit:

Bei unserer Spielervereinigung handelt es sich um eine heranwachsende Corporation, welche vor ein paar Monaten ein kleines aber feines Gebiet im NullSec gemietet und sich dort selbstständig gemacht hat. Momentan versuchen wir daher ein paar Leute zu rekrutieren und währenddessen einen großen Bogen um den blauen Donut zu machen.

Amelie (lacht):

Ist so etwas im NullSec überhaupt möglich?

Seldon Vestrit:

Selbstverständlich. Denn dadurch, dass wir die Systeme lediglich renten und es sich nicht um unseren eigenen Space handelt, sind wir nicht gezwungen an den ausufernden Flotten teilzunehmen.

Amelie:

Das bedeutet ihr habt ihr euch ganz bewusst für das Renting und gegen die eigene SOV entschieden?

Seldon Vestrit:

Korrekt. Dazu muss man allerdings wissen, dass der gute Argon Inkura und ich eben nur zu zweit waren, als das Projekt No Point No Problem ins Leben gerufen wurde. Dementsprechend konnten wir uns direkt zu Beginn nicht allzu große Ziele stecken und haben uns eher nach einem Trittbrett umgeschaut um generell erstmal einen Fuß ins 0.0 setzen zu können. Glücklicherweise erhielten wir zu dem damaligen Zeitpunkt sogar ein recht günstiges Angebot, bei welchem wir natürlich nicht lange gefackelt sondern die Gelegenheit beim Schopfe gegriffen haben.

Amelie:

Verbirgt sich hinter eurem Corporationsnamen ebenfalls eine solch ausgeklügelte Strategie?

Seldon Vestrit (lacht):

Nun wir haben uns schon durchaus lange darüber beraten, was für einen Namen wir für unsere Corporation nehmen könnten. Immerhin ist es ja unser anerkanntes Ziel gewesen, uns damit identifizieren zu können und gleichzeitig außenstehenden Piloten zu vermitteln, dass man bei uns in der Gruppe sehr viele lustige, sowie schöne Momente erleben kann. Und ich glaube das der Ticker N0PR0 beide dieser Ziele exzellent miteinander vereint.

Amelie (lacht):

Um ehrlich zu sein ist mir dieser im Forum auch direkt ins Auge gefallen. Es sieht also ganz so aus als ob ihr diesbezüglich einen fabelhaften Job gemacht habt! Da stellt sich mir als nächstes die Frage, welche Tätigkeitsbereiche eure Corporation überhaupt in EVE abdeckt?

Seldon Vestrit:

Derzeit spezialisieren wir uns insbesondere auf den Bereich des PVPs. Nichtsdestotrotz können sich unsere Mitglieder vollkommen frei entfalten.

Amelie:

Wie seid ihr dabei hierarchisch aufgestellt?

Seldon Vestrit:

Grundsätzlich besitzen wir eine feste aber dennoch überaus flache Hierarchie. Dementsprechend stellt sich bei uns niemand hin und gibt ganz alleinig den Ton an. Im Gegenteil – Argon gleicht dabei eher einem wohlwollenden Diktator. Und während ich momentan das gesamte PVP Regiment am Laufen halte, kümmert sich unsere reizende Lynn Inkura um alle externen Diplomatie Affären. Wohingegen wir für die internen Angelegenheiten, sowie für den Bereich der Industrie aktuell noch qualifizierte Leute suchen, die sich einer solchen Position mächtig fühlen.

Amelie:

Das bedeutet, man hätte bei euch in der Corporation sogar die Möglichkeit in den Rängen aufzusteigen und somit irgendwann eine leitende Rolle zu übernehmen?

Seldon Vestrit:

Sofern derjenige Spieler das notwendige Interesse beziehungsweise die benötigten Kenntnisse vorweisen kann und uns den Eindruck vermittelt, dass er so einer Aufgabe gewachsen ist, sollte dem an und für sich nichts im Wege stehen.

Amelie:

Gibt es auch etwas worauf ihr bei neuen Mitgliedern generell einen besonders großen Wert legt?

Seldon Vestrit:

Ein potentielles neues Mitglied sollte zunächst einmal grundlegend eine gesunde Mischung aus Lockerheit und Disziplin an den Tag legen. Denn obgleich es sich bei uns um einen recht lustigen Haufen handelt, brauchen wir Leute die sich an den Homedeff Flotten beteiligen. Ansonsten muss für eine gelungene Aufnahme aber vor allem die Chemie zwischen den beiden Parteien stimmen.

Amelie:

Habt ihr diesbezüglich auch absolute No-Gos?

Seldon Vestrit:

Was wir bei uns nicht gebrauchen können sind Leute, die sich einfach nicht belehren lassen, selbst dann nicht, wenn man ihnen glasklare Beweise vorlegen kann. Abgesehen davon lassen wir das alles jedoch ziemlich entspannt auf uns zukommen. Daher bekommen bei uns auch Spieler mit einer negativ angehauchten Vorgeschichte eine Chance – obgleich mit eingeschränkten Berechtigungen.

Amelie:

Könnte man euch somit sogar als Alpha beziehungsweise als ein Kapselpilot mit einer relativ geringen Anzahl von Skillpunkten beitreten?

Seldon Vestrit:

Tatsächlich haben wir erst vor kurzem ein paar recht junge Spieler in unsere Corporation aufgenommen um ihnen die Mechaniken von EVE Online ein wenig näher bringen zu können. Nichtsdestotrotz betrachten wir solche Mitgliedschaften zunächst mit einem gesunden Maß an Skepsis und sind insbesondere bei der Rechtevergabe etwas vorsichtiger, da wir uns keinen Awoxer oder ähnliches ins Haus holen wollen. Selbstverständlich lassen wir uns von den jeweiligen Spielern aber auch jederzeit gerne vom Gegenteil überzeugen.

Amelie:

Wie reagieren denn eure erfahreneren Spieler auf die jüngeren Kapselpiloten – übernehmen sie freiwillig die Rolle des Ausbilders oder mimen sie eher den genervten großen Bruder?

Seldon Vestrit (lacht):

Letzteres ist bei uns ehrlich gesagt nicht der Fall. Im Gegenteil, wir nehmen uns für die Leute ausreichend Zeit und versuchen all ihre Fragen zu Genüge zu beantworten.

Amelie:

Das heißt die Anfänger erhalten bei euch eine gescheite Ausbildung?

Seldon Vestrit:

Gewiss doch! Erst letztens haben wir ein Tackle Training organisiert, bei dem es für die Angreifer das Ziel war nicht in Strukke geschossen zu werden, während sich die Opfer aus den Fängen ihres Feindes befreien mussten. Generell bin ich aber auch der Ansicht, dass es in EVE wie im echten Leben keine dummen Fragen gibt. Von daher füllen wir liebend gerne alle möglichen Wissenslücken. Denn gerade wenn man das Spiel als vollkommen neuer Spieler beginnt, wird man von dessen Komplexität regelrecht erschlagen.

Amelie:

Wie aktiv beteiligen sich dabei die einzelnen Mitglieder an der Förderung eurer Neulinge?

Seldon Vestrit:

Das kommt ganz darauf an, wer zum Zeitpunkt der jeweiligen Frage online ist und ob derjenige über das entsprechende Knowhow verfügt. Ich für meinen Teil habe beispielsweise keinerlei Ahnung von Planetary Interaction, Mining oder Industrie. Somit müsste bei solchen Themen jemand anderes die Rolle des Erklärbärs für mich übernehmen.

Amelie:

Worüber können sich eure Mitglieder denn sonst noch so freuen?

Seldon Vestrit:

Über die Freiheit allen Dingen nachgehen zu dürfen, die einem das Spiel aktuell so bieten kann. Unseren Mitgliedern steht es demnach frei sich bei Carebearaktivitäten auszuleben, Ratten zur Strecke bringen oder die Scanner anzuwerfen – um nur ein paar der Optionen zu nennen. Und obendrauf gibt es bei uns abgesehen von der Homedeff keinen weiteren Flottenzwang.

Amelie (lacht):

Bedeutet das, dass ich abseits dieser Fleets das Vollzeit-Bärchen raushängen lassen darf?

Seldon Vestrit (lacht):

Das ist durchaus möglich. Wir vertreten nämlich die Meinung, dass die PVP-Aktivität eines Spielers nicht unbedingt erzwungen werden sollte, da EVE nun mal ein Spiel ist und man dort in erster Linie die Dinge tun sollte, die einem wirklich Freude bereiten.

Amelie:

Müsste ich denn, als einer eurer Bergarbeiter oder Industriellen, ein monatliches Soll an ISK oder Gütern abgeben? Immerhin bezahlt sich so ein Space ja nicht von alleine.

Seldon Vestrit:

Nein, momentan übernehmen Argon und ich alle anfallenden Kosten und zahlen diese aus eigener Tasche. Das einzige was es diesbezüglich gibt, ist ein freiwilliges Spendensystem, bei dem sich die Mitglieder sowohl an den anfallenden Kosten für den Space, als auch dessen Strukturen und deren Fuel beteiligen können.

Amelie:

Scheint als ob ihr die Zügel bei euch relativ locker haltet?

Seldon Vestrit:

Richtig, wir präferieren bei solchen Sachen eher eine entspannte Atmosphäre. Allgemein sehen wir das ganze nämlich so, dass sich die gesamte Gruppe lieber durch Motivation weiterentwickeln sollte, als durch die Erfüllung irgendwelcher Zwänge. Außerdem kann sich so ein Zwang ebenfalls negativ auf das persönliche Wohlbefinden auswirken – und das wollen wir weitestgehend vermeiden.

Amelie:

Apropo Motivation. Mir wurde in einem der vergangenen Interviews berichtet, dass es für so gut wie alles in EVE einen Antrieb gibt. Da frage ich mich, welchen Antrieb eure Führungsetage besitzt um die Corporation selbst in Zukunft aufrecht zu erhalten?

Seldon Vestrit:

Im Grunde ist es ja so, dass unsere Gruppe aus der Motivation heraus entstanden ist, dass wir ausreichend negative Erfahrungen mit anderen deutschsprachigen Spielergruppen gemacht haben. Dementsprechend haben wir es uns quasi zur Aufgabe gemacht etwas eigenes und wesentlich besseres auf die Beine zu stellen. Und in Anbetracht der Tatsache, dass sich unsere Mannschaft seit mehr als einem halben Jahr überaus positiv entwickelt hat, denke ich nicht, dass es uns in naher Zukunft an einem Antrieb fehlen wird, da wir unser Projekt noch um einiges nach vorne bringen möchten.

Amelie:

Wie schafft ihr es denn eigentlich die schwierige Anfangszeit zu überstehen, bevor in einer womöglich eigenen SOV Milch und Honig fließen?

Seldon Vestrit:

Grundsätzlich versuchen wir zunächst vor allem ein freundschaftliches Verhältnis zu unseren Nachbarn zu pflegen und ihnen dort unter die Arme zu greifen wo wir nur können. Selbst wenn sich dies durch die vergangenen beiden Kriege und den daraus entstandenen Neut-Verkehr in unseren Heimatsystemen doch durchaus etwas schwierig gestaltet hat.

Amelie:

Das hört sich doch nach einem soliden Plan an. Gibt es zum Abschluss unseres Gesprächs noch irgendetwas was Du unseren Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Seldon Vestrit:

Uff.. das einzige was mir diesbezüglich einfallen würde wäre, dass die Leute nicht immer direkt den Kopf in den Sand stecken dürfen. Sofern man also in EVE auf eine Herausforderung trifft, sollten die Kapselpiloten versuchen das beste aus der Situation zu machen und sich auf jeden Fall darum bemühen am Ball zu bleiben. Gegebenenfalls hilft es auch einfach schon, sich ein paar Gleichgesinnte zu suchen mit denen man gemeinsam Spaß haben kann.

Amelie:

Dem kann ich nur zustimmen! Dann bedanke ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Dir für deine Zeit und wünsche Dir und deinem Team weiterhin alles gute für die Zukunft.

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