Adventskalender 2017 | 24

Merry Christmas

von Spirit of Giving

 

Amelie:

Herzlich Willkommen auf unserem Blog Spirit! Es freut mich wirklich sehr dass Du die Zeit gefunden hast um mit mir ein wenig über deine alljährliche Weihnachtsaktion zu sprechen.

Spirit of Giving:

Hallo Amelie, die Freude ist ganz meinerseits!

Amelie (lacht):

So etwas höre ich immer wieder gerne. Wie wäre es denn, wenn Du Dich denjenigen, die noch nicht das Vergnügen hatten Dich kennenzulernen, einmal kurz vorstellen würdest?

Spirit of Giving:

Ich bin eigentlich ein ganz normaler EVE Spieler, welcher seinen Lebensunterhalt mit PVE verdient und diesen teilweise fürs PVP wieder ausgibt. Somit bin ich also nicht nur als Industrieller unterwegs, sondern habe ebenfalls jede Menge Spaß am Faction Warfare gefunden – dort natürlich ausschließlich auf der Seite der Gallente Föderation!

Amelie (lacht):

Das klingt doch nach einer sehr ausgewogenen Spielweise, oder nicht?

Spirit of Giving (lacht):

Nun ja man sollte nicht davon ausgehen, dass ich immer nett und freundlich bin, da ich genauso gut ziemlich gemein sein kann. Aufgrund dessen finanziere ich ab und zu sogar Wardecs, sofern die Spieler mit diesem Wunsch an mich herantreten oder trolle Leute im Hilfechat. Obgleich diese das meistens auch verdient haben .. ehrlich!

Amelie (lacht):

Wie kann man es bloß verdient haben von Dir im Hilfechat getrollt zu werden?

Spirit of Giving:

Das geht manchmal relativ schnell – insbesondere wenn es sich um einen Neuling handelt welcher Fragen stellt die grundlegend im Tutorial behandelt werden. Denn falls derjenige immer und immer wieder dieselbe Frage stellt muss in seinem Oberstübchen ja etwas nicht stimmen.

Amelie (lacht):

Da erwähne ich wohl lieber nicht, dass ich das Tutorial bis heute nie ganz absolviert habe. Was mich aber in diesem Atemzug ebenfalls noch interessieren würde wäre, wie lange Du eigentlich schon EVE spielst und wie Du überhaupt auf dieses Spiel aufmerksam geworden bist?

Spirit of Giving (lacht):

Ich spiele das Spiel seit ungefähr sieben Jahren – selbst wenn ich bereits einige Zeit zuvor auf das Game aufmerksam geworden bin. Letztlich überzeugt wurde ich nämlich erst während eines Aufenthalts in Finnland, als mir jemand in einer Sauna bei Wurst und Bier ganz begeistert seine EVE Geschichten erzählte. Denn aufgrund dieses Erlebnisses habe ich mir dann tatsächlich meinen ersten Account erstellt und bin dadurch ein stolzer Bürger von New Eden geworden.

Amelie (lacht):

Ohje, da scheint er Dir das Spiel ja regelrecht schmackhaft gemacht zu haben. Und was hat Dich nach diesem Erlebnis dazu motiviert das Christkind von New Eden zu spielen?

Spirit of Giving:

Das hat sich aufgrunde eines für mich sehr wichtigen Geschenks ergeben, welches mir im Jahr 2012 überreicht worden ist. Ich habe mich nämlich so sehr darüber gefreut, dass ich irgendjemanden etwas dafür zurück geben wollte. Daher habe ich mit meinem Haupt-Charakter im selbigen Jahr, passend zur Weihnachtszeit, zufällig ausgewählte Personen beschenkt und die Rückmeldungen zu diesen kleinen Aufmerksamkeiten waren durchweg positiv.

Amelie:

Und seit dem gehst Du dieser Tätigkeit regelmäßig nach?

Spirit of Giving:

Richtig, das Give-Away für die deutsche Community wurde erstmals im Jahr 2013 ins Leben gerufen und findet seither jährlich statt.

Amelie:

Wie kann man denn bei Dir auf der Liste der lieben Kinder landen, um ebenfalls die Möglichkeit auf ein Geschenk zu erhalten?

Spirit of Giving (lacht):

Lieb ist vor allem in EVE ein besonders dehnbarer Begriff. Grundsätzlich gibt es allerdings keine Beschränkungen an und für sich, sondern viel mehr kleinere Regelungen, an die man sich für eine erfolgreiche Teilnahme halten muss – tut man dies, bekommt man mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit ein kleines Geschenk. Manchmal kommt es aber auch vor, dass ich aus dem Bauchgefühl heraus entscheide, dass ein Spieler keine Kleinigkeit von mir erhält. Bevor ich solche Entscheidungen jedoch fälle, gibt es im Vorfeld zunächst einen umfassenden Background-Check.

Amelie:

Es gibt also auch eine Liste mit den bösen Kindern, die von der Teilnahme ausgeschlossen sind?

Spirit of Giving:

Ja, die gibt es selbstverständlich auch. Obgleich ich ein Mensch bin der den Leuten gerne eine zweite, dritte oder vierte Chance gibt. Dementsprechend beginnt diese Liste jedes Jahr aufs neue von vorne. Die einzige Ausnahme gilt dabei für die besonders schwerwiegenden Fälle, welche nicht nur erneut auf der Liste landen, sondern ebenfalls, anstelle der allgemein bekannten Rutenhiebe, ein Stück Kohle von mir geschenkt bekommen – ganz nach isländischer Tradition.

Amelie (lacht):

Oha, da bin ich lieber artig! Nun nimmst Du für die Beschaffung der Präsente ja auch Spenden von anderen Spielern entgegen, da der Effekt der ganzen Angelegenheit noch viel schöner ist, wenn es aus der Community für die Community kommt. Wie hoch ist dabei die Bereitschaft der deutschen Kapselpiloten Dich bei deinem Projekt zu unterstützen?

Spirit of Giving:

Da hast Du Recht, wenn ein Teil der Geschenke sogar aus der Gemeinschaft selbst kommt, ist es natürlich umso schöner. Allgemein lässt sich über die Spendenbereitschaft der deutschsprachigen aber Spieler sagen, dass diese am Anfang verständlicherweise etwas zurückhaltender gewesen ist, weil ein gewisses Maß an Misstrauen vorhanden war. Jedoch hat sich das alles durch die Unterstützung seitens CCP und namenhaften, sowie vertrauenswürdigen Leuten aus der Community relativ schnell auf ein gesundes Verhältnis eingeschaukelt. Daher gibt es durchaus einige Spieler, die mir gerne und teilweise auch sehr großzügig bei meinem Vorhaben unter die Arme greifen.

Amelie:

Was wäre denn, wenn Dich in Zukunft noch andere Leute unterstützen wollen würden – wie können sie spenden und was wird gebraucht?

Spirit of Giving:

Ich nehme Spenden sowohl in Form von ISK als auch Gegenständen an. Dabei werden die ISK direkt an mich überwiesen und die Items über einen Gegenstandsaustausch an meinen Charakter übertragen. Allerdings gilt bei den Verträgen zu beachten, dass sich die Vertragsinhalte an einer Station im HighSec befinden müssen, an welcher ich sicher docken kann. Deswegen befinden sich die Sachen optimalerweise in Jita 4-4.

Amelie:

Würdest Du eigentlich sagen, dass wirklich jede Spende zählt? Ich denke mir nämlich, dass es viele Leute geben wird, die davon ausgehen, dass ihre 5 Millionen ISK schon nicht den Unterschied ausmachen werden.

Spirit of Giving:

Ja, jede Spende zählt, da man selbst mit kleinen Dingen den Leuten bereits eine Freude machen kann. Mein Gott, klingt das doof .. aber es ist die Wahrheit.

Amelie:

Wie viel Arbeit steckt überhaupt hinter dem gesamten Give-Away und wie werden die Geschenke den braven Spielern unter uns überreicht?

Spirit of Giving (lacht):

Dem ganzen liegt das bekannte Konzept des Excel-Sheets zu Grunde. Wenn mir die Kapselpiloten also ihre Wünsche via Mail senden, werden sie in eine Tabelle nach dem Grad der Erfüllbarkeit einsortiert. Wobei ich sagen muss, dass mittlerweile so gut wie alle Einsendungen realistisch umsetzbar sind. Falls sich jedoch jemand eine Thanatos oder gar einen Titan zu Weihnachten wünscht, bekommt er lediglich ein Bauteil davon, weil der Wunsch unter den gegebenen Bedingungen einfach viel zu teuer ist. Und alsbald ich alle Geschenke besorgt habe, werden sie den jeweiligen Spielern per Vertrag überreicht. Der Beschenkte hat somit vier Wochen Zeit, um alles in Empfang zu nehmen.

Amelie:

Was passiert denn mit den Verträgen, die nach vier Wochen noch nicht angenommen wurden?

Spirit of Giving:

Wer seine Geschenke selbst nach vier Wochen nicht angenommen hat, muss meistens bis zum nächsten Jahr warten. In manchen Fällen mache ich allerdings eine Ausnahme – obgleich dies eher selten der Fall ist.

Amelie:

Möchtest Du für all deine Mühen eigentlich auch etwas von den Spielern selbst bekommen – wie warme Milch und leckere Plätzchen?

Spirit of Giving:

Grundsätzlich handle ich das mit der Gegenleistung wie früher in der guten Stube. Daher kann mir gerne jeder der möchte ein Gedicht oder ein Lied zukommen lassen, welches ich dann auf meiner Website veröffentlichen werde. Richtig begeistert bin ich diesbezüglich übrigens von einem Spieler, der mir jedes Jahr ein Gedicht auf Plattdeutsch schickt!

Amelie (lacht):

Ich glaube so etwas habe ich das letzte mal als Kind gemacht. Obwohl ich ehrlicherweise zugeben muss, dass ich mir damals nichts selbst ausgedacht, sondern einfach auf das gute alte “Draußen vom Walde komme ich her..” zurückgegriffen habe.

Spirit of Giving:

Nun gut, wenn man nichts selber dichten oder ein vorhandenes Gedicht umdichten möchte, muss man sich eben auf die Suche nach etwas schönem machen. Wobei “Draußen vom Walde komme ich her..” mittlerweile doch ein wenig altbacken ist.

Amelie:

Ich werde mir Mühe geben! Was mich allerdings ebenfalls noch interessieren würde wäre, ob es bei deinem Give-Away auch ab und zu mal schwarze Schafe gibt?

Spirit of Giving:

Ohja, die gibt es durchaus! Denn wenn es irgendwo kostenlose Geschenke gibt, vergessen so manche Leute schon mal ihre guten Manieren. Es gab beispielsweise mal einen CEO, der sich mit vier oder fünf verschiedenen Charakteren ein paar Custom Offices für seine Corporation gewünscht hat – was ich im ersten Moment gar nicht mal allzu verwerflich fand. Jedoch hat er die Geschenke direkt nach Erhalt auf dem Markt verkauft und sich das dadurch erwirtschaftete Geld in die eigene Tasche gesteckt. Seitdem steht diese Spielervereinigung bei mir auf der sogenannten Achtung-muss-überprüft-werden-Liste.

Amelie:

Scheint als ob Du recht viele Listen hast, oder?

Spirit of Giving (lacht):

Wir spielen hier EVE Online! Was erwartest Du?

Amelie:

Jetzt haben mir Spieler wie der gute Neovenator verraten, dass Du sogar mal während eines Spielerevents aufgetaucht bist und dort an die Neulinge Geschenke verteilt hast. Wie fühlst Du Dich in solchen Momenten und wie reagieren die Leute dabei auf Dich?

Spirit of Giving (lacht):

Ich finde eben, dass man keinen speziellen Anlass braucht, um den Leuten eine Freude machen zu können. Viele Kapselpiloten wissen aber meist gar nicht so recht, wie ihnen in diesem Moment geschieht. Von daher macht es mir immer wahnsinnigen Spaß, wenn sie plötzlich anfangen rumzustammeln oder im ersten Augenblick totale Angst vor der Annahme des Vertrags haben, weil sie denken, dass sie jeden Augenblick gescammt werden. Oft ist es dann so, dass ich ein paar Tage später eine Mail im Postfach habe, in der sich die Beschenkten bei mir bedanken. Somit weiß ich wenigstens auch, dass sie die Email-Funktion gefunden haben.

Amelie:

Ich denke, dass ich im ersten Moment ebenfalls eher skeptisch wäre. Immerhin kannte ich so etwas in EVE bislang auch nicht. Wie war denn aber allgemein das bisherige Feedback der deutschen Community zu deiner Arbeit? Kannst Du Dich noch an ein paar schöne Danksagungen erinnern?

Spirit of Giving:

Das Feedback war bislang überaus positiv. Selbst wenn es natürlich immer mal den ein oder anderen Spieler gibt, der etwas negatives sagt, weil er sich ungerecht behandelt fühlt. Ansonsten erhalte ich aber ab und zu auch mal eine persönliche Geschichte oder eine wirklich ganz herzliche Mail, in der mir die Spieler von privaten Angelegenheiten berichten. Diese Einsendungen werden selbstverständlich alle von mir beantwortet, in dem ich den Personen zum Beispiel Mut zuspreche oder ihnen einfach ein paar aufbauende Worte zukommen lasse.

Amelie:

Das heißt Du verschenkst nicht nur materielle Werte, sondern auch zwischenmenschliche Aufmerksamkeiten?

Spirit of Giving:

Richtig! Wie im echten Leben gibt es sogar in EVE manchmal Wünsche, die sich nicht mit ISK erfüllen lassen. Diese reichen meist vom einfachen Zuhören, bis hin zu den exotischeren Einfällen, wie ein Duell gegen den bekannten Youtuber Mr. Duffo oder die Teilnahme an einer von PLs Flotten. Bei letzterem stelle ich dann meist nur die Kontakte her und die Spieler kümmern sich eigenständig um die restlichen TO DOs

Amelie:

Lustigerweise habe ich in EVE noch nie an diese Art von Wünschen gedacht. Aber wie fühlst Du Dich eigentlich, wenn Dir beispielsweise die Veranstalter der DeuComm Liste etwas zwischenmenschliches zu Teil kommen lassen und den Neulingen, sowie alten Hasen positiv von Dir und deinem Vorhaben berichten?

Spirit of Giving:

Mir geht es dabei ausgesprochen gut, weil ich durch solche Aktionen immer wieder merke, dass nicht nur meine Arbeit an sich gewertschätzt wird, sondern auch dessen Geist,  Sachen miteinander zu teilen und einander zu beschenken, bei den Leuten angekommen ist. Dementsprechend finde ich es natürlich toll, wenn die kleinen Töne, die ich versuche anzuschlagen, in irgendeiner Form widerhallen – sei es ein Beitrag der verschiedenen Blogger, eine Erwähnung in der o7-Show, ein paar nette Worte auf dem EVE Online Fanfest oder die herzliche Danksagung eines Gastes in einem Podcast.

Amelie:

Ja, der gute Otto Erich Stollmmler hat in einer Folge des New Eden Podcasts regelrecht von Dir geschwärmt. Wie denkst Du im Gegenzug über die Beiträge der einzelnen Veranstalter zur deutschen Community?

Spirit of Giving:

Ehrlich gesagt finde ich die zahlreichen Angebote perfekt um sowohl neue, als auch alte Spieler für EVE Online zu begeistern. Jedoch bin ich persönlich kein großer Freund davon die Newbies sinnlos mit ISK zu überhäufen, selbst wenn ich dadurch wie ein Spielverderber klingen mag. Das soll nun natürlich nicht dagegen sprechen, die Erträge der Mining Op oder des Mission Runnings am Ende unter allen Beteiligten zu verteilen. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass dort regelmäßig Leute aufschlagen, welche lediglich die ISK abgreifen möchten, ohne großartig etwas dafür getan zu haben. Da dies aber nicht der Sinn der Sache ist sollte man das meiner Meinung nach auch so kommunizieren.

Amelie:

Du sagst also, dass die Leute bei solchen Veranstaltungen ebenfalls ehrlich genug sein sollten, um die ISK nicht grundlos für sich selbst zu beanspruchen?

Spirit of Giving:

Ganz genau, wenn jemand die Gutmütigkeit anderer Spieler ausnutzt finde ich das überhaupt nicht schön und ehrlich gesagt macht es mich sogar ein bisschen wütend.

Amelie:

Das kann ich mehr als nachvollziehen. Findest Du eigentlich, dass man solche Events grundsätzlich mehr fördern sollte – eventuell auch seitens CCP?

Spirit of Giving:

Ich glaube man sollte sich eher die Frage stellen ob die Veranstalter überhaupt mehr Unterstützung seitens CCP benötigen. Denn meiner Meinung nach wäre die Reaktivierung der Launcherbeiträge vollkommen ausreichend, da die Events sowieso Selbstläufer sind. Von daher denke ich, dass wir diesbezüglich eher Bescheiden bleiben und nicht Dinge einfordern sollten, die uns als Content-Organisatoren gleicher als andere Spieler macht. Immerhin wird es diese Community-Aktionen in ihren diversen Arrangements solange geben, wie die Isländer ihre Server eingeschaltet lassen.

Amelie:

Dem kann ich zustimmen. Gibt es zum Abschluss unseres Gesprächs sonst noch irgendetwas, was Du unseren Lesern mitteilen möchtest?

Spirit of Giving:

Ja und zwar würde ich allen gerne frohe Weihnachten wünschen – Gottes Segen für euch und eure Familien! Natürlich wünsche ich auch denjenigen, die kein Weihnachten feiern ein paar schöne, ruhige und freie Tage. Und denkt immer daran, dass manche Wünsche eventuell lediglich nicht in Erfüllung gehen, weil ihr diese falsch formuliert habt.

Amelie:

Dann bedanke ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Dir für deine Zeit und wünsche Dir ebenfalls eine besinnliche Weihnachtszeit!

 

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