Wer ist eigentlich..? | 002

Der Freund des Unbekannten

..wie man selbst ohne vorhanden Local jede Menge Spaß haben kann

 

Amelie:

Hallo Jared. Ich freue mich wirklich sehr darüber, Dir noch ein paar zusätzliche Fragen zu deiner eigenen Wenigkeit stellen zu dürfen. Nach unserem kleinen Austausch über das Missionrunning for Noobs, welches ja bereits am vergangenen Mittwoch veröffentlicht wurde, fragen sich die Leute nämlich sicherlich wer eigentlich genau hinter dem Charakter steckt. Von daher erzähl uns doch einfach mal wer Du überhaupt in EVE bist?

Jared Lakin:

Ich bin Jared Lakin und derjenige mit dem Du seit vorhin eine private Convo offen hast.

Amelie (lacht):

Schlaue Antwort! Seit wann gibt es deinen Charakter denn schon und wie wurdest Du damals auf EVE Online aufmerksam?

Jared Lakin:

Mein Charakter wird am 09. Oktober diesen Jahres bereits drei Jahre alt. Generell ist Jared aber nicht mein erster Versuch in EVE Online Fuß zu fassen. Mein erster Kontakt mit diesem Spiel war nämlich bereits zwei Jahre vorher. Damals wollte ich als Miner so richtig durchstarten und habe wie wild für eine Hulk trainiert und gespart. Allerdings hat mir das Schiff im Endeffekt nur drei Tage lang eine Freude bereitet, da ich recht früh von ein paar anderen Spielern gegankt worden bin. Ich habe daraufhin so extremen Frust geschoben, dass ich das Game direkt wieder beiseite gelegt hatte. Jedoch habe ich es nie so wirklich aus den Augen verloren. Im September 2014 hat mich dann aber wieder die Lust gepackt und ich habe angefangen mich im Vorfeld ein wenig mehr über EVE zu informieren. Dieses mal wollte ich ja immerhin alles besser machen. Es folgten also zunächst zwei oder drei Wochen der Recherche, bevor ich mich fürs Missionrunning und den damit verbundenen Neuanfang entschieden habe. Und diese Entscheidung hat mich mit der Zeit zu meiner aktuellen Corporation, der Eat My Shorts Inc. welche auch EMSI genannt wird, geführt.

Amelie:

Was hat Dich denn zum Beitritt bewegt?

Jared Lakin:

Die EMSI hatte die M4N-Events durchgeführt, an welchen ich damals teilgenommen habe. Zu dem Zeitpunkt stand die Gruppe noch unter der Leitung von Neovenator. Und aufgrund der Tatsache, dass ich die Anfängertreffen seit meinem Spielbeginn begleitet habe, bin ich quasi immer mehr ein Teil von ihnen geworden. Vor ungefähr zwei Jahren wurde mir dann sogar die Führung des M4N übertragen.

Amelie:

Im Rahmen dieser M4N-Events bist Du ja auch oft als FC unterwegs. Wie schwer ist es denn deiner Meinung nach einen Haufen Anfänger unter Kontrolle zu bekommen?

Jared Lakin (lacht):

Das ist wirklich überhaupt kein Problem. Immerhin stehe ich ja nicht alleine vor den jungen EVE Spielern, sondern habe noch viele weitere gestandene und kompetente Piloten um mich herum, die mit mir gemeinsam versuchen den sogenannten Noobs einen leichteren Einstieg in das Spiel zu ermöglichen. Wir funktionieren bei den Treffen also wie ein eingespieltes Team. Das bedeutet, dass jeder seine Aufgabe, wie die Logistik oder das Salvagen und Looten, übernimmt und sich nebenbei noch um die Fragen der Anfänger kümmert. Das tolle daran ist, dass wir den Leuten dabei nicht hinterherlaufen müssen, sondern sich jederzeit genug Spieler aus den verschiedensten Gebieten New Edens melden und uns freiwillig ihre Hilfe anbieten.

Amelie:

Nun war ich ja auch mal ein Kind des HighSecs und habe einige Missionen absolviert. Teilweise hatte ich dabei das Problem, dass fremde Leute in meine Site gewarpt sind und durch Provokation, wie das Stehlen meiner Beute, einen Kampf anzetteln wollten. Hattet ihr bei euren Events schon mal so einen ähnlichen Vorfall?

Jared Lakin:

Ich bin mir ziemlich sicher, dass so etwas erst einmal vorgekommen ist. Das dürfte jedoch schon ein Jahr her sein. Damals haben ein paar voreilige Ganker versucht unsere Noctis zu zerstören. Allerdings sind sie bei dem Versuch glorreich gescheitert. Ansonsten ist uns so ein Vorfall noch nie unter die Augen gekommen.

Amelie:

Was machst Du eigentlich, wenn Du nicht im HighSec unterwegs bist?

Jared Lakin:

Außerhalb der M4N-Events bin ich mit meiner Corporation im Wurmloch unterwegs. Klar handelt es sich dabei um einen rechtsfreien Raum – wie beim NullSec. Jedoch ist es ein netter Nebeneffekt, dass ich Leute, die nicht blau zu mir sind, abschießen darf ohne dafür von Concord bestraft zu werden.

Amelie:

Du würdest also schon sagen, dass Du das Leben im Wurmloch dem HighSec vorziehst?

Jared Lakin:

Definitiv. Ich glaube so einfach bekommt man mich da nicht mehr raus. Die Anfängertreffen machen mir natürlich sehr viel Spaß, allerdings muss man auch einfach dazu sagen, dass ich dort eben nur einen gewissen Teil meiner wöchentlichen Spielzeit investiere.

Amelie:

Wie lange bist Du denn ungefähr jede Woche online?

Jared Lakin:

Meine Onlineaktivität hängt von meiner Arbeit und meinem Privatleben ab. Allerdings sitze ich an einem ruhigen Abend schon ganz gerne mal zwischen drei und vier Stunden vor dem PC. Generell kommen somit mindestens um die zehn Stunden pro Woche zusammen. Und die verbringe ich dann wie gesagt meistens im Wurmloch.

Amelie:

Kann es eigentlich sein, dass deine Liebe zum Wurmloch teilweise dem fehlenden Local geschuldet ist?

Jared Lakin:

Wenn man nicht weiß, was alles um einen herum passiert, wird es erst richtig interessant. Von daher würde ich schon sagen, dass der fehlende Local einen großen Teil dazu beiträgt. Man kann eben nicht mehr mit Gewissheit sagen, ob man nicht doch gerade von jemanden beobachtet wird, sobald man seine schützende Tarnung verlassen hat.

Amelie:

Bei der ganzen Ungewissheit muss man ja bestimmt besonders vorsichtig unterwegs sein. Was wären denn deiner Meinung nach die wichtigsten Überlebenstipps im Wurmloch?

Jared Lakin:

Ich denke es wäre auf jeden Fall ratsam sich eine Corporation zu suchen in der die Mitglieder aktiv zusammenarbeiten. Durch diese Gruppe hat man dann nämlich immer ein gewisses Backup für gefährliche Situationen. Zudem ist man durch die Größe des Teams wesentlich schwerer zu bekämpfen. Ansonsten sollte man aber auch noch die entsprechenden Basics mitbringen. Das bedeutet, man sollte definitiv ein paar Skillpunkte ins Scannen investiert haben und ungefähr wissen, wie die Mechanik dahinter funktioniert. Weiterhin sollte man ein Cloaking Device nutzen können und mit der Bedienung des D-Scans vertraut sein. Ohne den geht nämlich gar nichts, da er durch den fehlenden Local zur ersten wichtigen Informationsquelle im Wurmloch wird.

Amelie:

Ich kann mich noch an meine Zeit im Wurmloch zurückerinnern, als es beispielsweise diese ganzen Citadels noch nicht gab, sondern uns nur die gute alte POS zur Verfügung stand. Würdest Du denn sagen, dass die Abschaffung dieser und das Errichten der neuen Strukturen das Leben im Wurmloch verbessert beziehungsweise vereinfacht hat?

Jared Lakin:

Auf jeden Fall! Und wenn nun im Herbst oder Winter noch die neuen Industriestrukturen kommen, werden wohl auch die letzten POS endlich aussterben. Aktuell braucht man sie ja nur noch für die ganzen Reactions.

Amelie:

Im Laufe deines Interviews hast Du uns jetzt das Leben im Wurmloch natürlich sehr schmackhaft gemacht. Gibt es denn irgendetwas was Dir dort fehlt?

Jared Lakin:

Da fielen mir direkt zwei Worte ein: Schnelles Einkaufen. Wir brauchen nämlich immer einen HighSec-Ausgang, um mit unseren Charakteren in Amarr oder Jita docken zu können. Selbstverständlich sind wir mit der Zeit aber auch schon zum gewissen Teil zu Selbstversorgern mutiert. Das heißt wir können in unserem Wurmloch schon sehr viel für den täglichen Bedarf herstellen. Dennoch finde ich es immer mal wieder entspannend nur auf den Kaufen-Button zu drücken, ohne viel für die Ware tun zu müssen. Sonst fehlt mir aber nichts.

Amelie (lacht):

Erleidest Du denn keinen Schock, wenn Du plötzlich in Jita stehst und der Local wie wild am blinken ist?

Jared Lakin (lacht):

Zum Glück nicht. Vor allem in Jita und Amarr beachte ich den Local schon gar nicht mehr. Würde ich nun im Low- oder NullSec stehen, wäre das wiederum etwas anderes.

Amelie:

Wie denkst Du eigentlich über das Leben im NullSec?

Jared Lakin:

Das Leben im NullSec hat sicherlich auch seinen Reiz. Immerhin finden ja dort diese großen Kämpfe mit zweitausend bis dreitausend Mann statt. Allerdings ist das ehrlich gesagt nicht so mein Ding. Ich präferiere da eher die kleinen Fights, wo sich zwei Flotten mit jeweils zehn oder ein paar mehr Spielern gegenüberstehen. In solchen Kämpfen kommt es dann nämlich noch auf den einzelnen Piloten an. Damit möchte ich jetzt aber nicht das Leben im NullSec schlecht reden. In EVE sollte eben jeder dem nachgehen wo er Lust drauf hat. Außerdem sollte man niemals nie sagen. Eventuell verschlägt es mich ja auch noch mal dahin und dann denke ich wiederum ganz anders über all diese Sachen. Selbst wenn ich momentan nicht das Bedürfnis verspüre mein Wurmloch zu verlassen.

Amelie:

Auf eurer Website habe ich unter anderem gelesen, dass deine Corporation eine Gruppe von Spielern ist, die sich für das Thema Politik in EVE überhaupt nicht interessiert. Trifft das auch auf Dich zu?

Jared Lakin:

Ja, das tut es. Darüber zu lesen, sich zu informieren oder ein paar Videos anzusehen ist zwar schon ganz lustig aber alles andere ist eben einfach nicht unser Ding. Selbst jetzt, wo wir eine eigene Allianz – Almost Competent –  mit ein paar Blues gegründet haben, denke ich nicht, dass sich daran etwas ändern wird.

Amelie:

Gibt es denn zum Abschluss noch irgendetwas, was Du unseren Lesern mitteilen möchtest?

Jared Lakin:

Uff.. ich..

Amelie (lacht):

Jetzt wäre noch einmal deine Kreativität gefordert.

Jared Lakin (lacht):

Na gut. Dann würde ich den Anfängern gerne mit auf den Weg geben, dass EVE zwar ein Spiel ist, was alleine gespielt werden kann, es in der Gruppe aber wesentlich mehr Spaß macht.

Amelie (lacht):

Alles klar. Dann möchte ich mich erneut für deine Zeit bedanken und wünsche Dir noch einen schönen Abend.

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