Was ist eigentlich..? | 001

Hephaestus Iron Mills

[MILL.]

 

Amelie:

Hallo und herzlich Willkommen in unserem neuen Blog-Format Crius! Wie Du ja bereits weißt, möchte ich ein paar Corporationen die Gelegenheit geben, sich und ihre Werte in einem kleinen Interview vorzustellen. Am besten fangen wir also direkt mit der ersten Frage an und Du erzählst unseren Lesern erst einmal, welche Spielergruppe sie heute etwas näher kennenlernen werden?

Lady Crius:

Sicher! Wir sind die Hephaestus Iron Mills – genauer gesagt eine Corporation im HighSec. Denn dort versuchen wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern alles an Content abzugrasen was man in diesem Gebiet so finden kann.

Amelie:

Was für Tätigkeitsbereiche deckt eure Gruppe also in EVE ab?

Lady Crius:

Generell setzen sich unsere Leute mit den Bereichen Mining, Produktion, Station Trading und Missionrunning auseinander. Dennoch besitzen wir auch ausreichend Wissen um angehende PVP Spieler auszubilden.

Amelie:

Das ist ja doch schon eine recht große Auswahl! Welche Idee steckt eigentlich hinter eurem Corporationsnamen?

Lady Crius:

Dadurch, dass ich die Corporation selbst gegründet habe, sind sowohl ihr Name als auch der Name meines Charakters einem Spiel geschuldet, welches ich gegen Ende der 90er Jahre recht häufig gezockt habe – Privateer 2. Das ist ein Game, was in gewisser Weise mit der Wingman Serie verwandt ist und einigen EVE Spielern selbst heute noch ein Begriff sein dürfte. Auf jeden Fall gibt es in diesem Spiel ein Sternensystem mit diversen Planeten. Und ein paar davon sind eigentlich jedem der dieses Spiel schon einmal gespielt hat bekannt, da man mit diesen direkt zu Beginn der Storyline in Kontakt kommt. Einer dieser Planeten heißt Crius, der andere Hephaestus.

Amelie (lacht):

Planeten vom Beginn der Storyline? Das ist schon recht passend, wenn man bedenkt, welche Funktion eure Corporation in New Eden erfüllt, oder?

Lady Crius (lacht):

Das stimmt. Wir haben uns im vergangenen Jahr nämlich so in EVE positioniert, dass wir alle Leute, die wieder ins Spiel einsteigen oder ganz neu damit anfangen, zu uns ins Team holen und ihnen alles beibringen was sie wissen müssen, um in EVE erfolgreich zu sein beziehungsweise später bei großen Allianzen unterzukommen. Wir sind also sozusagen eine der deutschen Trainingscorporationen in New Eden.

Amelie:

Wie sehen dabei eure hierarchischen Strukturen aus?

Lady Crius:

Grundsätzlich leben wir in einer eher flachen Hierarchie. Das bedeutet, dass alle Personen in der Corporation ein gleichwertiges Stimmrecht besitzen, aber nur ich alleine die Funktion des Chefs erfülle und somit finale Entscheidungen fälle. Dies heißt jedoch nicht, dass ich unsere Mitglieder von oben herab behandle – ganz im Gegenteil! Ich habe nur schon des öfteren andere Führungskonzepte gesehen, welche nicht ganz so von Erfolg gekrönt waren. Allerdings muss man dazu sagen, dass es es bei uns natürlich auch einige Spieler gibt, die sich für unsere Gemeinschaft engagieren und ein paar der alltäglichen Aufgaben übernehmen und somit deutlich zum Erfolg der Corporation beitragen. Ohne sie würde unser Konzept wahrscheinlich nicht mal ansatzweise so gut funktionieren. Das Schöne dabei ist, dass ich keinen der Spieler dazu überreden muss, sondern sie sich freiwillig dafür melden und einfach Spaß an dem haben was sie tun. Im Prinzip hätte ich auf die Hierarchie-Frage auch einfach eines dieser Mitglieder zitieren können: Naja ich mache das Tagesgeschäft und Crius kümmert sich um den ganzen anderen Scheiß den sonst keiner machen will.

Amelie (lacht):

Das scheint den Nagel auf den Kopf zu treffen.

Lady Crius (lacht):

Im Endeffekt schon, ja.

Amelie:

Was hat Dich überhaupt dazu motiviert jungen Kapselpiloten ein Zuhause zu bieten?

Lady Crius:

Ich habe während meiner Zeit in EVE immer wieder neue Spieler gesehen, die New Eden zum ersten Mal betreten und sich völlig unvorbereitet durch den Space bewegen. Meist springen sie mit ihrem Schiff in einen Belt, wo sie dann von CODE über den Haufen geschossen werden. Und weil ihnen das immer wieder passiert und sie sich mit der Zeit nicht mehr sicher fühlen, suchen sie sich daraufhin eine Corporation die ihnen Schutz suggeriert. Allerdings müssen sie dort feststellen, dass gegebenenfalls bereits ein paar Tage später die ersten Kriegserklärungen folgen. Woraufhin sie das EVE Universum wieder frustriert verlassen. Selbstverständlich haben aber auch Gruppen wie CODE oder die Mercs ihre Daseinberechtigung. Von daher kann man ihnen ihr Tagesgeschäft nicht allzu übel nehmen.

Ein weiteres Szenario wäre ein blutiger Anfänger, welcher von einer NullSec Gruppe rekrutiert wird, die ihm kaum nach seiner Ankunft im Zielsystem sagt, dass quasi jeden Tag eine wichtige Flotte oder CTA ansteht an der er gefälligst teilzunehmen hat. Zusätzlich dazu servieren sie ihm noch einen Skillplan für die nächsten sechs Monate. Denn er soll ja schon bald einen T2 Kreuzer und ein Battleship fliegen können. Wobei der Anfänger eigentlich andere Dinge im Sinn hatte. Meiner Meinung nach kann man einen Neuling auch nicht einfach so ins NullSec stecken, dafür ist EVE viel zu komplex. Die meisten Einsteiger brauchen schon so zwei bis drei Monate um die Grundlagen des Spiels zu verstehen und selbst pfiffige Anfänger, mit einer schnelleren Auffassungsgabe, brauchen mindestens vier bis fünf Wochen. Und um genau diesem Problem, speziell im deutschen Bereich, entgegen zu wirken habe ich die Hephaestus Iron Mills gegründet.

Amelie:

Inwiefern könnt ihr denn insbesondere Anfänger in ihrer ersten Zeit in EVE unterstützen?

Lady Crius:

Du musst Dir das Ganze so vorstellen: Wir rekrutieren Leute die gerade mal drei Tage alt sind und überhaupt nichts über das Spiel wissen. Nachdem sie dann in unserer Corporation sind richten wir mit ihnen Discord ein und zeigen ihnen die entsprechenden Channel in denen sie all ihre Fragen stellen können. Ich für meinen Teil habe Discord beispielsweise auch auf dem Handy installiert und kann somit ebenfalls Fragen beantworten, wenn ich mal nicht online bin. Das ist relativ praktikabel, wenn man bedenkt, dass wir eben auch Leute beherbergen, die im Schichtbetrieb arbeiten und zu Zeiten online sind, wo andere Schlafen oder auf der Arbeit sitzen. So können wir selbst diesen Mitgliedern schnellstmöglich eine Antwort liefern.

Amelie:

Was erwartet Ihr dafür von euren Mitgliedern als Gegenleistung?

Lady Crius:

Das einzige was wir von unseren Mitgliedern verlangen ist, dass sie neuen Spielern helfen, sobald sie genug eigenes Wissen gesammelt haben. Bei uns läuft es also entweder so ab, dass wir jemanden ausbilden und er im Anschluss einer anderen Corporation beitritt oder er eben bei uns bleibt und quasi als neuer Ausbilder fungiert. Das bedeutet aber auch, dass er die Geduld und die Ruhe mitbringen sollte, die dieser Job eben voraussetzt. Weiterhin müssen unsere Spieler in der Lage sein sich selbstständig zu organisieren und gemeinschaftliche Aktionen auf die Beine zu stellen. Bei uns kommt also alles aus der Community selbst. Und das machen unsere Mitglieder bislang wirklich gut!

Amelie:

Das Zusammenspiel zwischen den erfahreneren und unerfahreneren Spielern innerhalb eurer Corporation ist dementsprechend ziemlich idyllisch, oder?

Lady Crius:

In der Tat! Jedoch wissen unsere Mitglieder auch, dass sie sowohl Geduld als auch Respekt mitbringen müssen, wenn sie längerfristig in unserer Corporation bleiben wollen. Denn da das WARUM und WIESO in EVE immer ein großes Thema ist, wird man oft vor Fragen stehen, die für einen selbst vielleicht eher selbsterklärend sind. Und dennoch muss man in der Lage sein, die Frage vernünftig zu beantworten, ohne den Anfänger dabei von oben herab zu behandeln.

Amelie:

Geduld und Respekt sind also dein Geheimrezept für ein harmonisches Corp.-Leben?

Lady Crius:

Ob es ein perfektes Rezept ist weiß ich nicht. Allerdings hat es bislang wunderbar funktioniert! Denn so einen respektvollen Umgang wie bei uns, sehe ich selten irgendwo in EVE. Ich glaube auch, dass unsere Mitglieder verstehen, warum ich das so oft in den Corp.-Meetings predige. Und eventuell ist es ja sogar ein Trend, der in der gesamten deutschen Community  irgendwann mal Früchte tragen wird.

Amelie:

Hört die Gemeinschaft bei euch eigentlich nach dem Ausloggen auf oder bleibt ihr auch außerhalb von EVE in Kontakt?

Lady Crius:

Das kommt ganz auf die Mitglieder an. Es gibt aber durchaus Leute in unserer Gruppe, die auch abseits von EVE miteinander interagieren möchten. Ich selbst sage unseren Piloten beispielsweise immer wieder, dass man sich gerne mal auf ein Bierchen treffen kann.

Amelie (lacht):

Das hört sich ja schon mal gut an! Gibt es denn irgendetwas worauf Du bei neuen Bewerbern einen großen Wert legst?

Lady Crius (lacht):

Am liebsten sind mir Spieler, welche noch gar keine Ahnung von dem Spiel haben – die also komplett unvoreingenommen sind und für die das alles total neu ist.

Amelie (lacht):

Warum denn das?

Lady Crius:

Nun es ist eben viel schwieriger für uns jemanden zu rekrutieren, der EVE bereits in und auswendig kennt. Des Weiteren suchen die erfahreneren Spieler oft entweder nur einen Einstiegspunkt, von dem sie bereits kurz darauf in eine andere Corporation wechseln oder eine Art Altersheim, wo sie es sich dann bequem machen können. Generell ist es mir aber egal, solange sie einen respektvollen Umgang pflegen. Und das ist etwas, was man relativ schnell in den Rekrutierungsgesprächen feststellen kann.

Amelie:

Und was wären deine absoluten No-Go’s?

Lady Crius:

Was ich nicht so wirklich mag ist, wenn sich Spieler an die Tradehubs stellen und irgendwelche Leute mit ihren Tornados abballern. Das kann man zwar machen, möchte ich in unserer Corporation aber ehrlich gesagt nicht sehen. Selbiges gilt für Scams. Eine andere Sache, die ich immer versuche in unserer Gruppe zu unterbinden, sind aufgeheizte Diskussionen im Discord. Typischerweise werden die meist von denjenigen verursacht, die sich viel mit PVP beschäftigen und sich dann im Channel oder via Comms über ihre Fittings streiten. Da gehe ich direkt dazwischen und versuche die Lage wieder zu beruhigen. Meiner Meinung nach soll derjenige, mit dem vermeintlich schlechten Fitting, nämlich ruhig abdocken. Denn wenn er dann platzt, hat er quasi den Beweis, dass es nicht ganz so perfekt war, wie er anfangs dachte.

Amelie (lacht):

Das nenne ich mal einen interessanten Ansatz! Wie zufrieden bist Du eigentlich mit dem Fortschritt deiner Corporation?

Lady Crius:

Zufrieden ist glaube ich nicht der richtige Ausdruck dafür. Ich bin eher extrem überrascht. Da wir uns, trotz all dem was wir mit dieser Corporation schon so durchgemacht haben, dennoch sehr gut in EVE etablieren konnten – zum einen was die Memberzahlen angeht und zum anderen in der Politikgeschichte des German-Blocks. Das alles hätte ich nämlich ehrlich gesagt niemals erwartet und gerade deswegen beeindruckt es mich über alle Maße. Allerdings ist das nicht allein mein Verdienst, sondern auch der von meinen Mitgliedern. Also jenen, die diese Gemeinschaft zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Und da kann ich nur eines sagen: Respekt und Hut ab. Das habt ihr echt geil umgesetzt!

Amelie:

Welche Ziele verfolgst Du als nächstes mit deinen Mitgliedern?

Lady Crius:

Unsere Ziele lassen sich momentan noch nicht eindeutig definieren, da wir zunächst die kommenden Änderungen des Winter Patches abwarten wollen. Bis dahin möchten wir aber auf jeden Fall mal eine eigene Incursion-Flotte auf die Beine stellen, um auch diese Aktivität unseren Mitgliedern anbieten zu können. Ansonsten konzentrieren wir uns einfach darauf, die Memberbase zu vergrößern und die grundlegendsten Sachen in unserer Gruppe am Laufen zu halten.

Amelie:

Ich denke, dass ist mehr als nachvollziehbar. Gibt es zum Abschluss unseres Gesprächs noch irgendetwas was Du unseren Lesern mitteilen möchtest?

Lady Crius:

Definitiv. Ich würde gerne noch zwei Dinge loswerden, bevor wir das Interview beenden. Zum einen möchte ich mich bei all den Leuten bedanken, die mir dabei geholfen haben diese Corporation in EVE soweit voran zu bringen. Ohne euch hätte ich das niemals geschafft! Und zum anderen bedanke ich mich ebenfalls bei der EVE Online Community, weil sie uns auch hat wachsen lassen. Die Geschichten die dahinter stecken gehören hier zwar nicht auf den Blog, aber ich bin mir sicher, dass diejenigen die betroffen sind wissen, dass ich sie damit meine. Vielleicht kommen von dort ja auch mal ein paar Gruppen auf uns zu und überlassen uns ein paar von ihren Anfängern, damit wir sie zum Beispiel im PVP-Bereich ausbilden können.

Amelie (lacht):

Das ist doch mal ein schöner Abschluss. Dann möchte ich mich nun ebenfalls bei Dir bedanken – und zwar für deine Zeit! Ich wünsche Dir und deiner Truppe für die Zukunft alles gute und eventuell fliegt man sich ja mal über den Weg.

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