Wer ist eigentlich..? | 004

Der Sturkopf

..Ziele erreichen LIKE A BOSS

 

Amelie:

Herzlich Willkommen in unserem Interview-Format Kira! Ich freue mich schon sehr darauf, endlich etwas mehr über die Person hinter dem Schreibwettbewerb zu erfahren. Also mach es Dir ruhig erstmal bequem und beantworte mir dann die Frage, wer Du überhaupt in EVE bist?

Kira Hhallas:

Wer ich bin?

Amelie:

Ja, genau!

Kira Hhallas:

Mein Name ist Kira Hhallas.

Amelie (lacht):

Diese Antwort entspricht auf jeden Fall der Wahrheit. Wie lange spielst Du denn schon EVE und wie bist Du überhaupt auf dieses Game aufmerksam geworden?

Kira Hhallas (lacht):

Ich bin seit April 2008 ein Mitglied der EVE Online Community. Bis heute habe ich meine Mitgliedschaft sogar ohne größere Pausen durchgezogen. Man könnte jedoch sagen, dass ich eher zufällig auf dieses Spiel aufmerksam gemacht worden bin. Denn damals, als WoW irgendwann langweilig wurde, hat ein Kollege, der in meiner früheren Wohnung ein Stockwerk über mir wohnte, gemeint, dass es da ein Game gäbe was mein Science-Fiction Herz sicherlich höher schlagen lassen würde. Allerdings muss ich zugeben, dass meine erste Zeit in EVE sehr flüssig war. Da wir zu der Zeit öfters zu dritt oder viert bei mir in der Bude gesessen, gezockt und unmengen an Bier getrunken haben. So ist unsere Corporation dann auch zu ihren Namen gekommen: Very Drunken Eve Flying Instructors.

Amelie (lacht):

Und ich habe mich schon gewundert wie man auf so eine Idee kommt! Wenn ich nun aber schon mal die Gelegenheit habe einen älteren Charakter zu interviewen, würde ich Dich gerne fragen, wie Du eigentlich über die gesamte Entwicklung von EVE Online denkst. Geht es deiner Meinung nach in die richtige Richtung oder würdest Du gewisse Dinge anders machen?

Kira Hhallas:

Ich glaube diese Frage kann man nicht ohne Weiteres beantworten. Meiner Meinung nach sollte man eher hinterfragen, was CCP mit ihren Änderungen bezwecken möchte und welche Zielgruppe sie in EVE vorrangig erreichen wollen. Außerdem darf man bei all dem nicht vergessen, dass die Entwickler sich eben immer wieder etwas neues einfallen lassen müssen, um neue Spieler auf das Game aufmerksam zu machen und die bestehende Community zum Einloggen zu motivieren.

Amelie:

Gibt es denn etwas was Dich selbst nach all den Jahren noch so richtig an EVE begeistert?

Kira Hhallas:

Eindeutig der Wurmloch Space. Deswegen wohne ich da auch.

Amelie (lacht):

Das ist also deine Motivation zum Einloggen?

Kira Hhallas:

Richtig. Mir gefällt es mit den Leuten dort etwas zu unternehmen und gemeinsam ein paar Ziele zu erreichen. Weiterhin ist ein Leben im Wurmloch einfach weitaus interessanter, weil es mehr Gefahren mit sich bringt und nicht alles so offensichtlich ist wie im HighSec.

Amelie:

Dort gibt es ja auch keinen Local.

Kira Hhallas:

Und genau das macht die Sache spannend! Ebenso wie die random generierten Zugänge, die plötzlich auftauchen und einem sowohl den Weg in ein vollkommen neues Gebiet eröffnen, als auch potentielle Feinde zu Dir führen können.

Amelie (lacht):

Du lebst also gerne am Limit?

Kira Hhallas (lacht):

So würde ich es nicht direkt nennen, aber ja. Die Ungewissheit erhöht den Spaßfaktor um ein Vielfaches!

Amelie:

Nimmt man sich in so einem Wurmloch denn mit einer größeren Gruppe nicht gegenseitig alle ISK-Quellen weg?

Kira Hhallas:

Das kommt ganz auf das Wurmloch an. In den kleineren Varianten, also C1 bis C3, ist eine kleine Corporation sicherlich von Vorteil, wenn man sich nicht gegenseitig alles wegfarmen möchte. Allerdings kommt man eben irgendwann an den Punkt, wo die Gruppe zu groß wird und man sich eines der größeren Wurmlöcher, sprich C4 bis C6, suchen sollte. Nun könnte man ja sicherlich denken, dass man sich da lieber gleich in einem der geräumigeren Wurmlöcher niederlässt, so dass man mit der Zeit nicht umziehen muss. Jedoch sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass man auch in der Lage sein sollte seinen Besitz zu verteidigen. Und da sieht es für die kleinen Corporationen, welche in großen Wurmlöchern sitzen, eher schlecht aus.

Amelie:

Was Dich neben deinem Leben im Wurmloch ebenfalls noch begeistern dürfte ist deine Allianz, in der Du seit ein paar Jahren einen Teil der Führungsebene darstellst. Erzähl mir doch mal, was es eigentlich für ein Gefühl ist, für eine größere Masse von Spielern verantwortlich zu sein?

Kira Hhallas:

Generell muss man sagen, dass bei uns natürlich auch das Phänomen des Alt.-Charakters einhergezogen ist. Das bedeutet, dass nicht jeder Charakter in der Allianz für eine reale Person steht. Aufgrund dessen ist unsere Gruppe nicht ganz so groß wie es auf den ersten Blick aussieht. Ansonsten muss ich aber sagen, dass es schon ein gutes Gefühl ist eine größere Gruppe von Leuten um sich zu haben. Somit hat man nämlich immer jemanden am Start mit dem man in EVE etwas unternehmen kann. Zusätzlich bietet die Allianz das Gefühl von Zusammenhalt und die Möglichkeit über mehrere Corporations hinweg dasselbe Ziel zu verfolgen. Selbstverständlich ginge das alles auch mit einem losen Verbund von Spielergruppen. Allerdings finde ich, dass so eine Allianz die ganze Organisationsarbeit wesentlich einfacher macht.

Amelie:

Wo Du gerade von dem Thema Organisation redest: Wie viel Aufwand beziehungsweise Verantwortung steckt denn überhaupt hinter so einem Führungsposten?

Kira Hhallas:

Ich glaube das kommt auf den Führungsstil und die Lokalisierung der Allianz an. Im NullSec ist die Führung wahrscheinlich deutlich schwieriger und erfordert weitaus mehr Arbeit, da die Entscheidungen die man dort trifft wesentliche Auswirkungen auf das Spiel haben. Im Wurmloch-Space, also wo wir ansässig sind, sieht das dann schon wieder ganz anders aus, da alle Corporationen ihre eigenen Systeme haben und vollkommen autark agieren. Selbstverständlich halten wir dennoch alle zusammen, wenn es für einen von uns gefährlich wird und helfen demjenigen sein Wurmloch zu verteidigen. Teilweise haben wir uns für solche Aktionen sogar schon Hilfe von externen deutschen WH-Cops geholt, mit denen wir uns einfach gut verstehen.

Amelie:

Wie ist bei euch eigentlich die Aufgabenverteilung innerhalb der Führungsebene geregelt?

Kira Hhallas:

Leshrac86 ist meine rechte Hand und unser Haupt-FC. Er organisiert also Flotten und kümmert sich um all unsere Fittings. Ich hingegen bin mehr fürs Recruitment zuständig und fliege mit den Leuten immer mal wieder ein paar Sites. Zwar bin ich auch in der Lage eine PVP Flotte zu leiten, jedoch muss ich zugeben, dass Leshrac86 da einen wesentlich besseren Job macht, als ich es tue. Ansonsten schaue ich eben einfach, dass ich mit unseren Leuten etwas zusammen unternehme, sofern es mir meine Aktivitäten im echten Leben erlauben.

Amelie:

Wie schaffst Du überhaupt den Spagat zwischen deinem Privatleben, der Allianz und deinem eigenen Spielspaß?

Kira Hhallas (lacht):

Indem man eben nicht mehr so viel spielt wie früher.

Amelie (lacht):

Jetzt steht aber nicht gerade deine Freundin mit einem Nudelholz neben Dir, oder?

Kira Hhallas (lacht):

Nein, das zum Glück nicht. Meine Freundin sieht das alles relativ entspannt. Ich rede eher davon, dass ich meine Spielzeit von fünf Stunden täglich auf ein Minimum reduziert habe. Das liegt zu einem gewissen Teil an meinen Hobbies, die natürlich einiges an Zeit in Anspruch nehmen.

Amelie (lacht):

Ich durfte ja schon feststellen wie straff dein Zeitplan manchmal ist. Wie bewahrst Du denn dann die Ruhe, wenn Dir das alles mal zu viel wird – also wenn der Stress überhand nimmt und Du einfach mal eine Pause brauchst?

Kira Hhallas:

Das ist eben der Vorteil am WH-Leben. Dadurch, dass jeder autark ist und ich meine Direktoren habe, kann ich mir auch mal eine Auszeit nehmen und meine Zeit mit anderen Dingen verbringen. Bei uns gibt es zudem genug Spieler, die sich selbst organisieren können. Wir sind also darauf ausgelegt, dass nicht alles von einer einzigen Person abhängig ist.

Amelie:

Ist euer HighSec-Bereich denn auch autark?

Kira Hhallas:

Der HighSec-Bereich ist quasi tot.

Amelie (lacht):

Allzu lange gab es den dann ja gar nicht, oder?

Kira Hhallas (lacht):

Das große Problem an der Sache war, dass wir den HighSec dafür nutzen wollten, um den Spielern das Leben im Wurmloch schmackhaft zu machen. Jedoch hatte unsere Allianz regelmäßig Wardecs kassiert woraufhin die Leute, welche im HighSec ansässig waren, offline oder woanders hingegangen sind – als ob es dort keine Kriege geben würde. Deswegen bin ich aber nicht sauer. Reisende soll man nun mal nicht aufhalten.

Amelie:

Gab es bei Dir denn schon mal einen Moment wo Du alles hinschmeißen wolltest?

Kira Hhallas:

Ja, den gab es.

Amelie:

Warum hast Du es nicht gemacht beziehungsweise was hat Dich am Spiel festgehalten?

Kira Hhallas (lacht):

Uff.. gute Frage. Das dürfte meine Sturheit gewesen sein. Getreu dem Motto: Den Gefallen tue ich euch nicht.

Amelie (lacht):

Tust Du mir denn den Gefallen und verrätst mir, was Du den Lesern zum Abschluss unseres Gesprächs noch mit auf den Weg geben möchtest?

Kira Hhallas:

Den Lesern? Was könnte ich denen mit auf den Weg geben? Ich bin in solchen Sachen wirklich schlecht.

Amelie:

Leider lasse ich da keine Ausreden gelten. Nun musst Du eben auch hier Stur bleiben und die letzte Frage durchziehen.

Kira Hhallas (lacht):

Ich würde ihnen vielleicht sagen wollen, dass sie sich nicht von Hürden oder Problemen unterbekommen lassen sollen. Die Leser sollen also ihren Spielstil durchziehen und an ihren Zielen festhalten. Das wäre glaube ich mit das wichtigste.

Amelie:

Siehst Du das hat doch wunderbar geklappt! Dann bedanke ich mich erneut ganz herzlich für deinen Besuch und wünsche Dir noch einen schönen Abend.

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