Wer ist eigentlich..? | 003

Der Initiativen-Ergreifer

..als das Wort WIR an Bedeutung gewann

 

Amelie:

Es freut mich wirklich äußerst sehr Dich bei mir begrüßen zu dürfen, Otto! Nun bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass Dich ein Großteil unserer Leser bereits kennen dürfte. Würdest Du Dich dennoch für jene, die noch nicht das Vergnügen hatten Dich kennenzulernen, einmal kurz vorstellen?

Otto Erich Stollmmler:

Nun ja ich bin ich.

Amelie (lacht):

Und wer ist ich?

Otto Erich Stollmmler:

Ich bin Otto Erich Stollmmler.

Amelie:

Magst Du mir auch gleich verraten, wie lange Du schon EVE spielst?

Otto Erich Stollmmler:

Um ganz sicher zu sein müsste ich noch einmal nachschauen, aber ich meine, dass meine EVE Geschichte im Dezember 2011 begann.

Amelie:

Wie bist Du zum EVE spielen gekommen?

Otto Erich Stollmmler (lacht):

Ich glaube EVE ist eher zu mir gekommen. Und zwar war ich zu der Zeit jemand, der Monate mit der gesamten X-Reihe verbracht hat – einer Weltraumsimulation im Einzelspielerstil. Nebenbei war ich zusätzlich noch Teil eines Battlefield 2 Clans. Dort gab es einen Spieler, der über meine X-Leidenschaft Bescheid wusste und EVE Online bereits seit 2003 begleitete. Über ihn und mittels des Freundeprogramms habe ich dann ebenfalls mit EVE angefangen.

Amelie:

Kannst Du Dich noch an deine ersten Schritte in New Eden erinnern?

Otto Erich Stollmmler:

Sogar sehr gut! Ich erinnere mich beispielsweise daran, dass ich in meinen ersten zwei oder drei Wochen quasi nur an der Station gesessen und mich mit den Themen Forschung und Produktion auseinander gesetzt habe. Für mich war es also nicht wichtig zu wissen, wie man abdockt oder durch die Gegend fliegt, sondern wie man unter anderem einen Blueprint auf T2 geforscht bekommt. In meinem Eifer habe ich natürlich vollkommen verwirrt angefangen ein paar Skills zu trainieren. Nur um nach einer gewissen Zeit festzustellen, dass ich mich erstmal um die Schiffskills kümmern sollte, bevor ich in die Welt der Wirtschaft abtauche.

Amelie (lacht):

Es ist teilweise aber auch wirklich schwer sich für einen Skill zu entscheiden. Immerhin gibt es da ja schon so ein oder zwei Bücher.

Otto Erich Stollmmler (lacht):

Ja genau!

Amelie:

Was begeistert Dich denn eigentlich so an EVE?

Otto Erich Stollmmler:

Was mich am meisten begeistert ist die Komplexität des Ganzen, da ich immer eine Herausforderung brauche, um die Lust am Spiel nicht zu verlieren. Und es ist toll, dass man in EVE nie den Punkt erreicht, an dem man den Endgegner besiegt hat und daraufhin plötzlich die Credits abgespielt werden oder es spieltechnisch einfach nicht mehr weitergeht. Stattdessen lernt man hier jeden Tag etwas neues, da man immer wieder auf neue Menschen trifft und der Inhalt kontinuierlich von CCP erweitert wird. Ansonsten gefallen mir insbesondere die Bereiche der Forschung und Produktion, sowie das Missionrunning.

Amelie:

Gibt es auch etwas was Du nicht so toll findest?

Otto Erich Stollmmler (lacht):

Uff..

Amelie (lacht):

Anscheinend genug oder warum lachst Du so?

Otto Erich Stollmmler:

Was ich nicht ganz so toll finde ist zum einen die Mechanik der HighSec-Kriege. Aber nicht das Du jetzt schreibst, dass ich PVP hasse – das wäre übertrieben. Nein, der Kampf gehört für mich mit zum Spiel dazu. Das Problem was ich mit den Wardecs habe ist, dass man durch die geringen Kosten hundert Corporationen oder mehr gleichzeitig bekriegen kann. Das tangiert mich privat zwar eher weniger, jedoch es ist teilweise schon schwer Einsteigern, die sich gerade im Krieg befinden, unter die Arme zu greifen. Weiterhin stört es mich, dass mit den Patches Änderungen released werden, die ich ehrlich gesagt niedriger auf meiner Prioritätenliste angesiedelt hätte. Darunter fallen beispielsweise neue Schiffe oder Skins. Stattdessen würde ich mir eher wünschen, dass man die Zeit in das Thema Walking on Stations investiert. Nun wurde das Kapitänsquartier aber vollständig entfernt.

Amelie:

Ja, das Projekt ist fürs erste wohl endgültig vom Tisch.

Otto Erich Stollmmler:

Es bringt dem Spiel an und für sich auch nicht allzu viel. Ich bin mir dennoch sicher, dass es etwas gewesen wäre worüber sich einige Leute gefreut hätten.

Amelie (lacht):

Du warst also einer dieser 5% die sich im Kapitänsquartier eingeloggt haben?

Otto Erich Stollmmler:

Nein, das habe ich ehrlich gesagt bislang nie so wirklich betreten. Als ich 2011 mit dem Spiel angefangen habe, war ich jedoch öfters mal darin. Also als der Ausbau des Quartiers noch in aller Munde war. Neben diesem Projekt würde ich mir aber ebenfalls wünschen, dass CCP die bereits vorhandenen Strukturen einmal auffrischt. Da ich unter anderem ja auch Missionrunner bin, denke ich da insbesondere an eine Überarbeitung der Missionen. Beispielsweise könnte ich es mir durchaus vorstellen einen neuen Aufgabenstrang in das Spiel einzufügen, welcher der Sisters LVL 1 ähnelt – nur für mehrere Schwierigkeitsgrade bis hin zur LVL 4.

Amelie:

Das könnte sicherlich interessant werden! Was Dich allerdings auch eher weniger begeistern dürfte, ist der gegenseitige Umgang der Spieler innerhalb der deutschen Community – wo die meisten Gruppen noch ihr eigenes Süppchen kochen.

Otto Erich Stollmmler:

Ja dort gibt es eindeutig noch viel Potential nach oben. Die ersten Ansätze wurden zwar bereits umgesetzt aber dennoch hört man meist noch ICH und MEINS anstelle von WIR.

Amelie:

Aufgrund dessen hast Du Dich ja auch mit deiner Aktion Mehr WIR für die deutsche Community stark gemacht. Was hat Dich zu diesem Schritt inspiriert?

Otto Erich Stollmmler:

Meine eigene Erfahrung in EVE. Genauer gesagt die Zeit, als ich einer kleinen Corporation gejoint bin und dort ein paar Skillbücher vorgesetzt bekommen habe, die ich daraufhin lernen sollte um Miner zu werden. Sowas kann für manche vielleicht schon hilfreich sein, aber es ist einfach nicht immer das, was junge EVE-Spieler in diesem Moment gerade wollen. Insbesondere Anfänger möchten ja meist eher uneingeschränkt New Eden erkunden und alles mögliche ausprobieren. Dazu gehört dann auch, dass man seine eigene Erfahrungen sammelt und Fehler machen darf, ohne dabei von einer Spielergruppe eingeschränkt zu werden. Natürlich ist mir klar, dass so etwas selbstverständlich nicht in allen Corporationen vorkommt, jedoch waren das eben meine ersten Eindrücke von EVE und das ist bis heute hängen geblieben. Was mich ebenfalls dazu bewegt hat ist die Tatsache, dass es damals sehr schwer war an Spieler ranzukommen, welche Dir wirklich helfen wollten, weil es eben keine Netzwerke gab, über die man auf solche Menschen aufmerksam gemacht wurde.

Aufgrund dessen habe ich angefangen diese Plattform für die deutsche Community zu schaffen, wo sie sich auf neutralem Boden treffen und ihr Wissen austauschen kann. Allerdings möchte ich an dieser Stelle hinzufügen, dass es bei dem ganzen Projekt nicht um mich geht – meine Arbeit könnte ja immerhin auch jeder andere in EVE machen. Es geht lediglich darum, alte und neue Spieler zusammen zu bringen, damit die Einsteiger nicht gleich die Motivation verlieren und all ihre Fragen in Ruhe stellen können. Denn hätte ich persönlich damals nicht die richtigen Leute zur richtigen Zeit getroffen, würde ich heutzutage wohl auch kein EVE mehr spielen. Und diese Phase durchleben sicherlich einige Anfänger, was für mich Grund genug war zu sagen, dass man da etwas ändern sollte. Bislang bekommt das Projekt auch von vielen Seiten der Community sehr viel Zuspruch und es freut mich immer wieder aufs neue mit den vielen tollen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen.

Amelie:

Was genau sind deine Aufgaben bei der Umsetzung dieses Projekts?

Otto Erich Stollmmler:

Ich leiste zum einen organisatorische Arbeit hinter den Kulissen, sowie zum anderen informative Hilfe, wenn es um die Fragen der Anfänger geht. Um ehrlich zu sein ist die organisatorische Arbeit aber nicht mehr so viel Aufwand wie es früher einmal war, da sich das ganze Team rund um das Projekt bereits sehr gut eingespielt hat. Deswegen bewerte ich meine Tätigkeit in diesem Punkt auch nicht über. Immerhin haben die Veranstalter der Events die meiste Arbeit und aufgrund dessen auch meinen größten Respekt verdient. Ich helfe Ihnen lediglich noch eine breitere Masse von Spielern zu erreichen.

Amelie:

Neben den Ankündigen im Launcher, gibt es ja auch noch deine eigenen Einträge im Forum und die sogenannte DeuComm Liste. Was genau veröffentlichst Du dort?

Otto Erich Stollmmler:

Generell stelle ich sowohl für das Forum, als auch für die Mailingliste, jedes Wochenende eine Liste der Events zusammen, die im Laufe der nächsten Woche stattfinden werden. Mit der Mailingliste erreichen wir mittlerweile sogar schon mehr als dreihundertfünfzig Leute.

Amelie:

Können sich auch noch neue Spielergruppen, die Events veranstalten oder Public Fleets organisieren, bei Dir melden, um ebenfalls in diesem Newsletter zu erscheinen?

Otto Erich Stollmmler:

Sicher! Wer Lust hat etwas für die Community zu organisieren ist jederzeit willkommen. Es geht ja immerhin darum den jungen Spielern zu helfen und ein gewisses Miteinander in der deutschen Community zu schaffen. Generell können sogar Anfänger auf mich zukommen und mir mitteilen welche Events für sie ebenfalls interessant wären. Denn dann können wir schauen, ob das in näherer Zukunft von uns irgendwie realisiert werden kann. Dabei muss es sich auch nicht ausschließlich um permanente Veranstaltungen handeln, sondern es wären ebenfalls temporäre Vorträge denkbar.

Amelie:

Wie glücklich macht es Dich eigentlich zu sehen, dass es jede Woche so viele tolle Angebote gibt, bei denen die verschiedensten Spieler aus deutschsprachigen Gebieten zusammen kommen und gemeinsam das selbe Ziel verfolgen, nämlich zusammen Spaß zu haben und voneinander zu lernen?

Otto Erich Stollmmler:

Ich finde das absolut toll! Ehrlich gesagt würde uns sogar nur noch ein Event am Samstagabend fehlen. Dann hätten wir an jedem Wochentag einen tollen Programmpunkt an dem die Anfänger teilnehmen können.

Amelie:

Du würdest also sagen, dass eure Arbeit früchte trägt beziehungsweise dass sich all die Mühe gelohnt hat?

Otto Erich Stollmmler:

Definitiv. Wenn es sich nicht gelohnt hätte wäre das Projekt sicherlich nicht von so vielen Corporationen begleitet und unterstützt worden. Ich bin den Leuten auch wirklich mehr als dankbar, dass sie diese Arbeit leisten und sich jede Woche dahin stellen um den jungen Spielern zu helfen.

Amelie:

Wie fühlst Du Dich denn, wenn auch Du immer wieder merkst, wie sehr die Leute deine eigene Hilfe bewundern und wertzuschätzen wissen?

Otto Erich Stollmmler:

Ich bedanke mich jedes mal bei den Leuten aber weise sie auch immer wieder daraufhin, dass das Lob nicht notwendig ist. Denn wie bereits erwähnt könnte jeder beliebige Spieler meine Arbeit machen – es ist ja kein Hexenwerk. Dennoch freue ich mich immer über die Anerkennung.

Amelie:

Wie lange sitzt Du überhaupt immer vor dem PC um EVE zu spielen?

Otto Erich Stollmmler:

Das ist eine Sache die stark von meinem echten Leben abhängt. Am Wochenende habe ich somit mehr Zeit für EVE und unter der Woche eben etwas weniger. Immerhin muss ich ja auch arbeiten gehen. Im Herbst beziehungsweise Winter bin ich aber wahrscheinlich wieder öfters in EVE anzutreffen. Denn im Sommer gehe ich noch meinem Hobby, dem Motorradfahren nach.

Amelie:

Das sei Dir auch gegönnt! Gibt es denn noch irgendetwas was Du den Lesern zum Abschluss unseres Gesprächs noch mitteilen wollen würdest?

Otto Erich Stollmmler (lacht):

Was? Wie? Wo? Ich?

Amelie (lacht):

Ja ich möchte wissen, ob Du noch irgendetwas loswerden willst.

Otto Erich Stollmmler (lacht):

Da muss ich erstmal überlegen, wie ich die Frage sinnvoll beantworten kann.

Amelie (lacht):

Die letzte ist aber auch immer die schwierigste Frage, mh?

Otto Erich Stollmmler (lacht):

Das stimmt. Ich würde auf jeden Fall schon mal gerne ein Fly Safe loswerden.

Amelie (lacht):

Das ist doch schon mal ein guter Anfang.

Otto Erich Stollmmler:

Und weiterhin würde ich mir für die deutsche Community wünschen, dass wir in Zukunft noch mehr gemeinsam machen und etwas enger zusammenrücken. Was nicht heißen soll, dass man sich im PVP nicht mehr abschießen darf. Um Gottes Willen! Ich meine lediglich, dass sich die Leute doch an ein paar der Events beteiligen sollen und wir somit die Gelegenheit bekommen unser Netzwerk ein wenig zu vergrößern.

Amelie:

Alles klar. Dann bedanke ich mich ganz herzlich bei Dir für deine Zeit und wünsche Dir noch ein schönes Wochenende!

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